Lupinenmehl – basischer Eiweisslieferant 3


SüsslupinenmehlBereits vor mehr als 2000 Jahren war die Lupine so wichtig wie Getreide. Wir kennen sie also nicht erst seit gestern. Allerdings musste man sich damals noch vor den bitteren und schlecht verdaulichen Inhaltsstoffen (Alkaloiden) in Acht nehmen. Heutzutage züchten wir die Süsslupine in drei Varianten (blau, weiss und gelb). Sie sind alkaloidarm und wir dürfen sie unbedarft verarbeitet verzehren.

Die Lupine gehört zu den Leguminosen, genauso wie Bohnen oder Erbsen.

Das Mehl wird aus den Samen hergestellt und in Reformhäusern und in gut sortierten Biomärkten angeboten.

Du hast es in Deinem Stammgeschäft noch nicht gesehen? Einfach mal nachfragen. Manchmal kann man es auch für Dich bestellen und bei gesteigerter Nachfrage, werden Produkte auch irgendwann in’s Sortiment aufgenommen.

Warum Lupinenmehl?

Zuerst einmal ist Lupinenmehl glutenfrei, weshalb es ideal für Zölliakiekranke ist. Ich selber habe festgestellt, dass die Konsistenz von Backwaren mit Lupinenmehl super ist und man sagt, es verlängert auch die Haltbarkeit. Allerdings muss ich zugeben, dass die Haltbarkeit in meinem Haushalt weniger eine Rolle spielt, da Selbstgebackenes hier ein Selbstläufer ist.

Ein weiterer Pluspunkt ist definitiv der hohe Eiweißgehalt von Lupinenmehl. Zwischen 30 und 40g Eiweiss kommen auf 100g Mehl, wobei das Eiweiss der Lupine basisch ist. Somit ist es äusserst arm an Purinen (produzieren Harnsäure) und daher bestens geeignet für eine purinarme Ernährung bei z.B. rheumatischen Erkrankungen.

Lupineneiweiss enthält alle essentiellen Aminosäuren, wobei hier Tryptophan und Lysin besonders hervorzuheben sind, die in anderen Getreidesorten fast gar nicht vorkommen. Man kann also herkömmliche Mehlsorten mit Lupinenmehl mischen und somit die biologische Wertigkeit der Lebensmittel erhöhen.

Ich empfehle Dir 20% Deines Mehls im Rezept mit Lupinenmehl zu ersetzen. Damit hast Du zwar etwas weniger Kohlenhydrate in deinen Backwaren, dafür aber mehr hochqualitatives Eiweiss. Ist das nicht prima?

Was kann Lupinenmehl ausserdem?

Lupinenmehl ist reich an:

  • natürlichem Eiweiss
  • Eisen
  • Antioxidantien
  • ungesättigten Fettsäuren (ist im Umkehrschluss cholesterinfrei)

Lupinen vs. Soja

Lupinen haben mehr Eiweiss und dreimal soviel Ballaststoffe als Soja. Dagegen enthalten Lupinen ein Drittel weniger Kohlenhydrate und weniger Fett als Soja. Der Hauptgrund für Lupinen statt Soja ist aber für mich ganz sicher auch der Anbau in unseren Regionen.

Somit fällt ein sinnloser Import von Soja für mich weg. Für Dich auch?

Wer muss aufpassen?

Wie jedes andere eiweissreiche Lebensmittel (z.B. Soja oder Weizen), kann natürlich auch die Lupine Allergien auslösen. Hier muss man als Allergiker einfach aufpassen und am Anfang erstmal mit einer kleinen Menge Lupinenprodukte austesten, wie man reagiert.

Besonders aufpassen sollten hierbei Menschen, die auf Erdnüsse allergisch reagieren. Lupinen enthalten nämlich bestimmte Eiweisse, die denen von Erdnüssen ähneln, weshalb eine Reaktion wahrscheinlich ist. Experten schätzen, dass die Hälfte aller Menschen, die allergisch auf Erdnüsse sind, auch auch Lupinen kreuzreagieren.

Alles in Allem sind Lupinen aber nicht heftiger allergieauslösend, als andere eiweissreiche Lebensmittel, wie z.B. Soja oder Erbsen.

Was kann das Mehl sonst noch?

Eine Gesichtsmaske aus Mehl, Wasser und Zitronensaft strafft hervorragend müde Gesichtshaut.

Fazit:

Lupinenmehl ist eine gute Ergänzung beim Backen, denn es minimiert Kohlenhydrate und maximiert den Eiweissgehalt. Ich nutze es allerdings nur, um den Eiweissgehalt beim Backen zu erhöhen. Kohlenhydrate sind meine Freunde- weshalb ich sie auch nicht reduziere.

Ich schätze Lupinenmehl, weil es basisch ist. Basische Lebensmittel sind wichtig für unseren Organismus.

Hast Du Lupinenmehl auch schon in Deine Ernährung integriert?

Alles Liebe & bis bald,

Deine Nicole


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3 Gedanken zu “Lupinenmehl – basischer Eiweisslieferant

  • Ursula

    Liebe Nicolle, ich stelle auch gerade meine Ernährung um auf glutenfrei und vegan und bin auf Alternativensuche. Kann ich auch mal komplett nur mit Lupinenmehl backen oder schmeckt es dann komisch? Danke Dir für die schöne Seite

    • thevegancoach Beitragsautor

      Liebe Ursula,

      Nur mit Lupinenmehl alleine backen macht wenig Sinn. Es ist eher als Ergänzung gedacht und macht Backwerke schön locker.
      Lupinenmehl ist aber vielseitig einsetzbar. So kannst Du es z.B. auch als Ei-Ersatz verwenden oder Sojamehl in entsprechenden Rezepten durch Lupinenmehl ersetzen. Das finde ich persönlich hervorragend, damit man etwas von dem ganzen Sojahype wegkommt.

      LG vom kalten Zürichsee,

      Nicole

      PS: Wenn Du mehr Tipps beim Einstieg benötigst, schau doch in meiner nagelneuen Facebook-Gruppe „ab heute vegan“ vorbei und gesell Dich zu all den anderen, die gerade umstellen. Wir unterstützen uns dort gut.
      https://www.facebook.com/groups/abheutevegan/

  • Malchus

    Ich finde es Klasse, dass die Lupine immer beliebter wird, denn es gibt ja nicht nur Soja (auch wenn es durchaus Soja aus Deutschland gibt). Die Lupine ist auch sehr vielseitig einsetzbar, als Lupinenmehl, Lupinenflocken, Lupinenkaffee, Lupinenaufstrich, Lupinenwürstchen, Lupinentempeh, … Ah und richtig schön sind die Pflanzen auch! Über den Biolandhof Kelly, der im Süden Deutschlands aus seinen eigenen Lupinen einen Kaffee herstellt, habe ich vor kurzem einen kleinen Artikel geschrieben: http://yes-we-can.farm/lupinenkaffee-bioland-direktvermarktung/

    Genau dieser Betrieb war auch Anlass für eine kleine Rezeptreihe mit Lupinenflocken im Vegan Magazin: http://veganmagazin.de/2016/lupine-rezepte/